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Denis ROBERT & Sébastien PRADAL - GAEC du Mas d'Intras
F - 07400 Valvignères -
Tél. +33 (0)4 75 52-75 36 - Fax -51 62

SCHIEFERGAS FÖRDERUNGEN
Kleine Zusammenfassung für diejenigen,
die das Thema neu entdecken...

(aktualisiert am 30. Juni 2011)

Von der Förderung von Schiefergas habe ich zum ersten mal am 27. Januar 2011 bei einer Versammlung in Montelimar erfahren. Bis zu diesem Datum wusste ich nicht, dass es Schiefergas und Schieferöle gibt, und daß man sie durch Bohrungen und "fracking" fördern kann. In einer Zeit, wo man über Energieeinsparung und Ozon spricht, in einer Zeit auch, wo alle selbständigen Winzer in Valvignères auf biologischen oder sogar biodynamichen Anbau umstellen, hat mich diese Entdeckung verblüfft.
Wenn wir nicht gleich reagiert hätten, hätte diese Förderung schon im Sommer 2011 begonnen. Die erste Bohrung sollte nicht weit von uns entfernt in Villeneuve-de-Berg im Juni 2011 stattfinden und die zweite hier in Valvignères Anfang 2012. Diese Bohrungen sind weiterhin unverändert geplant, und die Genehmigungen des französischen Staates gelten noch, aber durch die heftige Reaktion der Bevölkerung in der Ardèche und anderswo in Frankreich zögern die Firmen mit ihren Bohrungen.
Erstmal wollen die Firmen (u.a. amerikanische und schweizerische Firmen) nur nach Schiefergas "suchen". Dann sollen aber diese Such-Genehmigungen in eine Fördererlaubnis umgeändert werden.
Die Firmen wissen schon lange, daß es bei uns und in vielen anderen Orten der Welt Schiefergas gibt: sie haben u.a. in den Jahren 1960-1963 in Valvignères gebohrt und Gas gefunden! Da bei der "Suche" nach Schiefergas schon die nötigen Maschinen für die Förderung herbeigeschafft und installiert wurden, besteht kein Zweifel, dass keiner sie freiwillig demontieren wird!
Zudem wird bei der Suche die umstrittene "Fracking"-Methode verwendet.
(das "Fracking" wird gleichzeitig in vielen Teilen Europas starten...)
Nachdem ich mich Ende Januar mehrere Tage lang über das Thema informiert habe und selbst wegen der Menge der Infos etwas überfordert war, habe ich entschieden, eine kurze Zusammenfassung zum Thema zu verfassen, um Euch alle zu informieren.
Die unten stehende Zusammenfassung sollte jedem dabei helfen, sich eine objektive Meinung zu bilden. Wenn ihr Euch nach dem Lesen betroffen fühlt, danke ich Euch im Voraus, wenn ihr uns bei unserer Aktion helft: Werdet Mitglied unseres "Komitees Valvignèrois gegen Schiefergas", unterschreibt die Bittschriften und informiert eure Bekannten.
Zögert nicht, mir eure Anmerkungen zu schicken oder mir Fragen zu stellen, falls nicht alles zu verstehen ist, oder ich etwas Falsches geschrieben habe: Schiefergas habe ich erst Anfang Januar kennengelernt und deutsch ist schliesslich nicht meine Muttersprache! Wenn etwas zu korrigieren ist, werde ich's nach und nach machen.



Was ist Schiefergas?

Schiefergas ist Fossilgas (Erdgas), das "unkonventionnel" aus dem Grund gefördert werden muss; dieses Gas wird nicht wie "konventionnelles" Gas einfach durch vertikale Bohrungen aus einem Hohlraum geholt, sondern es muss aus dem Schiefergestein durch "Fracking" erstmal befreit werden. Das Schiefergestein, das dieses Gas umschliesst, befindet sich in einer Tiefe von ca. 2000 bis 3000 Meter.

Welche Regionen sind betroffen?
Ganz Europa! u.a. Südost Frankreich, das Zentralmassiv, die Region um Paris, Montélimar, Valvignères, Bayern (Deutschland), Skandinavien (Schweden), Polen, Russland, sowie in Afrika, Amerika, China, Indien und viele französische Inseln u.a. im Pazific, sowie riesige Flächen unter dem Meer.

Ab wann sollen die Bohrungen/Förderungen starten?
Sie sollen (dank unserer Aktion sollten) ab 2011 in Villeneuve-de-Berg starten und Anfang 2012 in Valvignères. Diese zwei Bohrungen sollten die ersten in Europa sein; dann war geplant, sehr schnell in weiteren Teilen Europas zu bohren, in erster Linie in Polen. In den 10 letzten Jahren wurden viele solche Bohrungen in den USA (500'000) und in Kanada (35'000) durchgeführt; Die Folgen dieser Bohrungen dort sind ein Desaster fûr die Umwelt und (erst) seit einigen Monaten wird das Thema von Journalisten und Medien endlich publik gemacht.

Wer ist dafür, wer ist dagegen?
Die Debatten finden jenseits der politischen Parteien statt und sollen politisch neutral bleiben. Es handelt sich um unseren Planeten, um die Zukunft nachfolgender Generationen, und nicht nur um einen kleinen Dorfstreit. Der Gemeinderat in Valvignères, ein Patchwork aller politischen Tendenzen, hat am Dienstag, den 25 Januar 2011 EINSTIMMIG gegen die Recherchen sowie die Förderung von Schiefergas abgestimmt. Am 28. Januar hat Villeneuve-de-Berg das gleiche Gesetz verabschiedet und viele anderen Gemeinden sind dem seitdem gefolgt. Leider sind die Bürgermeister inzwischen vor Gericht von dem amerikanischen Firmen verklagt worden, weil ein französischer Bürgermeister keine Bohrungen fûr seine eigene Gemeinde verbieten darf.
Befürworter der Bohrungen sind eigentlich nur die Bohrfirmen selber, ihre Aktionäre und Freunde und die Lobby der Energie-Firmen, sowie die Unternehmen, die davon abhângig sind, wie z.B. VW etc.

Welches Verfahren wird verwendet?
Erst gibt es eine vertikale Bohrung bis zu einer Tiefe von 3500 Metern, dann davon ausgehend bis zu 8 horizontale, sternförmige Bohrungen (gesprengt) in einem Umkreis von bis zu 2000 Meter.

Wie wird das Gas extrahiert?
Durch Fracking, eine amerikanische Methode. Die horizontalen Bohrungen wird gesprengt, um die Schieferschichten aufzureißen; gleich darauf werden riesigen Mengen an Wasser in die Bohrung gepumpt, angereichert mit 4% Sand und 1% an gefährlichen Chemikalien, mit einem Druck von 300 Bar(!).
Der Sand sorgt dafür, daß die Risse im Schiefergestein offen bleiben und das Gas herauslassen; die Chemikalien sorgen dafür, daß die Maschinen nicht korrodieren und der Lehm flüssig bliebt.
In Amerika wurden über 500 Chemikalien aufgelistet, die ins Grundwasser gelangt sind (die offizielle Liste bleibt Industriegeheimnis).
Beim Fracking wird bei jeder vertikalen Bohrung 8 mal in die Horizontale gesprengt und dann noch weitere 18 mal innerhalb jeder der horizontalen Risse (das heisst: pro vertikale Bohrung 8 x 18 Sprengungen = 144 Mal) Pro Bohrung wird dabei eine Wassermenge von 6 Olympischen Schwimmbädern verwendet. In unserem Fall sollte das Wasser per LKW von der Rhone abgeholt werden. 144 mal 6 olympische Schwimmbäder per LKW, auf dafür schnell gebauten, neuen Strassen ziemlich überall in der Ardèche, und das pro vertikale Bohrung (man spricht von 10 bis 12 Bohrungen allein in Valvignères und Villeneuve-de-Berg). Das hört sich nicht gut an und gibt einem zu denken...!

Was sind die sichtbaren Gefahren?
Luftverschmutzung durch das Verbrennen der überflüssigen Gase. Ein Teil des Fracking-Wassers (ca. 50%) wird wieder mit dem Gas rausgepumpt und wird draussen, inklusive der Chemikalien, gelagert und verdunstet(!) ; die anderen 50% bleiben in der Erde, zusammen mit dem Rest der Chemikalien des Frackings. Viele dieser Chemikalien sind krebserregend und sehr gefährlich für die Natur und den Menschen.
Ausserdem werden in den ersten Monaten/Jahren alle Gase einfach vor Ort verbrannt, bis die Firma sicher sein kann, daß es sich rentiert die Gasrohre für eine richtige Förderung zu legen; da muss sich nicht nur der Eisbär Sorgen machen...!

Was ist das HAUPTRISIKO?
- ein zu starkes Fracking, daß eine Verbindung zwischen der Schicht des Schiefergesteins und der Schicht des Grundwassers erzeugt (dies ist in den USA schon mehrfach passiert).
- Eine undichte Stelle der vertikalen Bohrung in der Höhe eines Trinkwasser Hohlraums (dies ist in Kanada schon passiert).

- Ein Fracking in der Nähe einer Erdspalte, durch die Wasser fließt (wie z.B das Sprudelwasser aus Vals-les-Bains) und dadurch eine Berührung zwischen diesem Wasser und dem mit Gas und Chemikalien belasteten Schiefergestein.

Selbstständige Energieversorgung?
In einer Zeit, in der man über die Reduzierung der Treibhausgase und des Energieverbrauchs spricht, bedeutet die Förderung von Schiefergas und von Schieferölen einen Rückschritt, denn die Technik ist sehr energieaufwendig und umweltverschmutzend. Wissenschaftler schätzen, daß ungefähr die Hälfe der Energie für den Förderprozess verschwendet wird, zusätzlich zu den auftretenden Verschmutzungen. Ausserdem kommt die Technologie aus Amerika, und Frankreich (Europa) muss sich auf amerikanische Firmen für die Förderung einlassen.

Rentabilität? Ertragsfähigkeit!
Für die wenigen Investeure, die an diesen Firmen beteiligt sind, bedeuten diese Bohrungen einen extremen Ertrag. Ein Beweis dafür: alleine für Villeneuve-de-Berg werden in der Recherchephase 40 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, ohne dass in dieser Zeit Geld verdient wird (das Gas wird bei dieser Phase zu 100% vor Ort verbrannt).
Im Gegensatz dazu ist das Verfahren für den Menschen und die Natur ein irreparables Verbrechen (über und unter der Erde).

Wird die Umwelt berücksichtigt?
Die Genehmingungen, die im März 2010 vom französischen Staat gegeben wurden - ohne die Gemeinden zu informieren - wurden erstaunlicherweise von den normal üblichen, vorbereitenden Umwelt-Erforschungen befreit!

Recherchen oder Förderungen?
Die Recherche-Phase von 2011 bis 2013 benutzt die gleichen Methoden, wie die Förderungsphase, ab 2013 geplannt. Zweifelsfrei wird sich die eine oder andere Region als sehr lukrativ entpuppen. Aber selbst wenn sich diese Region in Polen befinden sollte, ist es wichtig, füreinander einzustehen, weil diese Verwüstung und Plünderung nicht nur im Boden vor Ort Konsequenzen haben wird, sondern Veränderungen für die ganze Erde und ihr Klima bedeutet.

Touristischer Aspekt?
Stellen Sie sich vor, es gäbe eine Verschmutzung in einer Bohrung einige Kilometer von "Fontaine de Vaucluse" entfernt, einem der berühmtesten Wasser-Brunnenorte Europas, dessen Wasser noch in weiter Entfernung unter der Erde fliesst!
Oder stellen Sie sich die touristische Attraktivität eines Bohrturms in der Nähe des Pont-d'Arcs oder des Eiffelturms vor! (ja, Paris steht auch auf einer schieferölreichen Zone, das sollten wir hier mal anmerken...!).

Aspekte für die Landwirtschaft?
Es ist noch Zeit, aber der Ernstfall rückt immer näher für die betroffenen Zonen. Würden Sie Biowein (oder Wein) aus der Ardeche, Oliven aus Nyons, Erbeeren aus der Pariser Region oder biologisches Gemüse aus dem Zentralmassiv kaufen, wenn diese Naturprodukte am Fuß eines Bohrturm produziert wurden und mit "leicht" kontaminiertem Wasser bewässert werden? Was wäre, wenn wir nur noch Wasser aus der Flasche trinken könnten... aus einer Quelle die auch irgendwo aus der Erde kommt? (wir trinken in Frankreich ja noch zu 90% Leitungswasser).


Eine Schlange, die sich in den Schwanz beisst?
Kleine persönliche Anmerkung...
Ach ja, bei uns in Intras kommt das Wasser aus der Leitung und wir trinken's gern und vertrauensvoll. Dieses Wasser ist sogar sehr gut und stammt aus einer Bohrung, die Luftlinie 1400 Meter von der geplanten ersten Bohrung steht (von ihrer senkrechten Achse). Wenn wir in Zukunft in Valvignères nur noch Wasser aus der Flasche trinken dürfen, müsste man dafür Plastikflaschen produzieren, sie füllen, sie bis zum Geschäft transportieren, sie abholen und sie zur Müllabfuhr geben damit sie recycelt werden (das soll ökologisch sein?...).
Und, DANK DES SCHIEFERGASES würden wir die ganze nötige Energie zur Verfügung haben! Wir könnten australisches Wasser besorgen! Wenn ich mich nicht täusche gibt's dort kein Schiefergestein und deswegen kein Risiko daß das Wasser kontaminiert wird!
Ist das nicht schön?

Das war's zum Thema "kurze Zusammenfassung der Situation".
Wenn Sie über die Fortschritte unserer Aktion informiert werden wollen, zögern Sie nicht, sich bei mir zu melden.
Danke für ihre Aufmerksamkeit,
Cordialement,
Denis ROBERT


Zur Info: hier ist noch (in Französisch) ein Dokument des Projekt GDF-Suez, der Firma, die in Kooperation mit einer amerikanischen Firma die Genehmigung für die Bohrungen von Villeneuve de Berg besitzt. Dieses Dokument soll pädagogisch und beruhigend wirken. Dort wird über Abstimmung, Information der Bevölkerung, vorbereitende Umweltrecherchen gesprochen... doch wir selbst (und alle andere Gemeinden nach uns) haben von der Existenz dieser Projekte, seit März 2010 erlaubt, erst im Januar 2011 erfahren.
Es gibt einen offensichtlichen Unterschied zwischen dem Geschriebenen und der Realität vor Ort... Am 8. Februar 2011 - damals standen die ersten Vorbereitungen für Bohrungen in Villeneuve de Berg unmittelbar bevor - waren wir noch alle auf der Suche nach Informationen mit unseren eigenen bescheidenen Mitteln. Vor allem aber wurde bisher keine unabhängige Untersuchung über die eventellen Konsequenzen für die Umwelt gemacht!
Das Dokument spricht über Abstimmung, Information der Bevölkerung, vorbereitende Umweltrecherchen?




Schema eines Schiefergestein Hohlraums

 

 

 


Der Gemeinderat in Valvignères hat EINSTIMMIG gegen den Bohrungen abgestimmt.

 

 


Schema einer senkrechten Bohrung, verlängert mit der waagerechten Bohrung, und Detail der senkrechten Intubation durch ein Trinkwasser Hohlraum.

 

 


Globales Schema einer Schiefergas Förderung.

 

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Um mehr über das Thema zu erfahren, benutzen Sie bitte die Falze oben.


 

 


L'abus d'alcool est dangereux pour la santé, sachez apprécier et consommer avec modération.