
Dieser
Text erklärt unsere Arbeitsphilosophie und unsere Aktivitäten
für einen schonenden und respektvollen Umgang mit der Umwelt.
Dieser Weg ist nicht besser oder schlechter als ein anderer,
er ist einfach nur unserer. Es ist unser Wunsch, eine Arbeit
zu leisten, die die Umwelt schont und die unseren Planeten nicht
schädigt, Auf "Bio" umzustellen heißt aus
unserer Sicht dafür zu sorgen, dass die Umwelt und der
Weintrinker von einem besseren Wein profitieren.
Begrünung
und Pflügen der Weinberge:
Seit
den 60er Jahren werden die meisten Weinberge in Europa zu 100%
mit Herbiziden bespritzt. Das Gras wird mit Chemikalien begossen,
um es absterben zu lassen. Dieses Verfahren überwiegt in
Frankreich heute noch.
Im
Herbst 1998 wollten wir die Erosion verhindern, und einen ersten
Schritt für einen schonenden Umgang mit der Umwelt gehen.
Wir haben damals jede Reihe unserer Weinberge begrünt (wir
haben Gras gesät).
Im
Frühjahr 2005 haben wir diese Methode verfeinert, und haben
jede zweite Reihe gepflügt. Dadurch kann das Regenwasser
dort besser in den Boden sickern und die noch begrünte
Reihe verhindert die Erosion.
Letztendlich
haben wir 2005 eine Maschine gekauft, die den Boden unter den
Rebstöcken pflügt. Sie ermöglicht es uns, zu
100% auf Herbizide in unseren Weinbergen zu verzichten, die
älter als 4 Jahre sind. Ab 1. September 2009 werden auch
die jüngeren Weinberge 100% herbizidfrei behandelt werden.
Der
Pflanzenschutz:
Schon
vor 20 Jahren haben wir eine Maschine "zusammengebastelt",
die im Frühjahr, sobald die Reben gewachsen sind, einen
Teil der Behandlungsmittel recycelt. Aber diese Maschine können
wir nur im Frühjahr nutzen, wenn die Triebe noch kurz sind.
Im 2007 war unsere Priorität in eine Maschine zu investieren,
die es uns ermöglicht, die ganze Saison über präzise
und mit geringeren Mengen an Behandlungsmitteln zu spritzen
(siehe Foto).
Seit langem versuchen wir bei dem Pflanzenschutz so gut wie
möglich auf die Umwelt zu achten. Ein Bio-Winzer darf nur
Schwefel und Kupfer verwenden, was im Endeffekt aber auch nicht
richtig "bio" ist. Es ist der Hauptgrund, warum wir
mit der Bioumstellung so lange gezögert haben.
Dank dem Einsatz dieser modernen und effektiven Maschine, die
es uns ermöglichen, die verwendeten Mengen an Schwefel
und Kupfer zu mindern, fühlen wir uns bereit für eine
offizielle Umstellung auf "Biowein" ab 1. September
2009.
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Düngung
der Weinberge:
Der
Dünger, der dem Boden beigebracht wird, ist die Basis von
Allem. Ein gesunder Boden ernährt die Rebe besser, sie
ist resistenter, kämpft selber besser gegen viele Krankheiten
und braucht dadurch weniger gespritzt zu werden.
Was
ist an einem Wein "Bio"?
Es
gibt keine richtige "Bio"-Bezeichnung für einen
Wein. Er muss einfach aus biologisch bewirtschafteten Weinbergen
stammen und den allgemeinen Weinvorschriften entsprechen, bis
auf ein paar Besonderheiten, die aus meiner Sicht keine große
Bedeutung haben
Wenn
man die Vorschriften für Biowein liest, stellt man fest,
dass unsere Weine den Anforderungen schon lange entsprechen.
Das
Vertrauen in den Winzer ist sehr wichtig, aber die offizielle
Anerkennung eines Bioweins ist die einzige Garantie für
denjenigen, der den Produzenten nicht kennt.
Viele
"klassische" Weine kommen mit Hilfe von einigen offiziell
anerkannten Kunstgriffen zu Stande. Sie werden korrigiert, künstlich
ausgeglichen, manchmal sogar dekonstruiert und wieder zusammengesetzt,
und sind deshalb nach meiner Sicht verfälscht. Dies ist
z.B. der Fall bei einigen "Marketingweinen" aus der
neuen Welt. Diese industriell gefertigten Weinen probiere ich
für meine Gesamtbildung, aber es sind Weine, die für
mich keine Seele haben.
Erst
auf die Traube achten, dann auf dem Wein.
Wenn
wir entscheiden ein Feld zu ernten, haben wir die Trauben schon
innerhalb mehrerer Wochen probiert und durch unseren Weinprüfer
im Labor analysieren lassen. Wir wissen genau, warum und wann
geerntet werden soll.
Aus der Traube wird ein ehrlicher Wein gemacht mit dem Gleichgewicht,
den er am Tag der Ernte hatte. Weinsäure haben wir nie
zugesetzt und Traubenzucker ausnahmsweise nur in einigen 1993er
und 2002er Jahrgängen, was übrigens bei Biowein auch
erlaubt ist.
Schwefel (Sulfite) wird bei uns so wenig wie möglich zugesetzt.
Dementsprechend müssen wir einfach sauber arbeiten und
regelmäßig analysieren. Ein Maximum darf sein, ein
Minimum muss sein, das Minimum ist bei uns die freiwillige Obergrenze...
Ascorbinsäure, Gummiarabikum, Zitronensäure, die in
fast jeden Wein bei der Flaschenabfüllung zugesetzt werden,
haben wir auch seit 1999 absolut gestrichen.
Um
die Qualität unserer Rotweine zu schonen, filtrieren wir
sie nicht mehr. Deswegen können sich mit der Zeit leichte
natürliche Ablagerungen von Farbpigmenten und Hefe bilden.
Aus
all diesen Gründen können wir sagen, dass sich unsere
Weine nach 2009 gar nicht verändern werden. Unsere Verfahren
im Keller sind schon seit über 10 Jahren an Biowein angepasst.
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Was
machen wir noch zusätzlich?
Mit
der Umwelt freundlich umzugehen ist eine Sache des Gewissens,
der Überlegung und der Beobachtung. Überall da, wo
man etwas an seinen Gewohnheiten ändern kann, sollte man
es tun. Klar, man kann nicht alles auf einmal ändern: es
kostet ja alles Geld. Aber Schritt für Schritt geht's auch!
Tanks
- solar geheizt:
In
kalten Jahrgängen muss man die Trauben vor der Gärung
ein bisschen anwärmen. Für die Apfelmilchsäuregärung
(die zweite Gärung des Weines) muss man in der Regel die
Temperatur des Weines bei 20/25°C halten. Das braucht unheimlich
viel Energie von Oktober bis Januar.
2003 haben wir eine Verbindung zwischen der Solaranlage unseres
privaten Hauses und dem Keller hergestellt. Dies hat uns ermöglicht,
unseren alten Gasfresser (Heizgerät für Wein) und
unsere 3 elektrische Resistenzen (gesamt 4500 Watt) abzubauen
und in den Dachboden auszulagern. Kein Strom und kein Gas werden
zum Heizen der Trauben und der Weine mehr gebraucht, die Sonne
bringt diese energieintensive Leistung alleine auf.
Außerdem ist es eine große Freude für den Winzer,
diese lauwarme Solar-Energie zu fühlen, die den Wein sanft
liebkost.
Leichte
Flaschen:
Unsere
Flaschen sind viel leichter als die üblichen Flaschen...
unsere Flasche "Feder" wiegt 300g, während die
Flasche "Tradition", die meistverwendete, 550 Gramm
wiegt.
Die aktuelle Tendenz geht leider zu immer schwereren Flaschen,
währenddessen ermöglichen es die modernen Produktionsverfahren,
immer leichtere Flaschen zu produzieren, die stabil genug sind.
In meinem relativ kleinen Lieferwagen mit Anhänger passen
bei einem Ladegewicht von 3,5 Tonen (6 Tonnen Gesamtgewicht),
3330 von unseren vollen Flaschen a 300 Gramm oder nur 2690 "Tradition". 640
Flaschen mehr in einer einzigen Ladung mit demselben Spritverbrauch! Und
für die 3330 Flaschen hat man 825 kg Glas weniger produzieren
müssen!!!
Dadurch spart jährlich selbst
ein kleiner Familienbetrieb wie unserer die Produktion von mehr
als 30 Tonnen Glas!!!
Stellen Sie sich vor, welche Energie aufgewendet werden muss,
um die Flaschen herzustellen und dazu noch um sie zu transportieren.
Leider zählt so eine umweltschonende Überlegung bei
der Anerkennung als "Biowinzer" nicht. Schade! Wenn
alle das machen würden…!!!
Die
Wiederverwertung der Flaschen:
Die
Rücknahme der leeren Flaschen würde voraussetzen,
dass wir sie wieder mit einem LKW - auf der ganzen Welt - sammeln
und zu uns transportieren. Darüberhinaus bräuchten
wir zur Reinigung ein Desinfektionsmittel, das die Umwelt zusätzlich
belasten würde (ohne Gewähr dass nicht eine Spur des
Mittels in der Flasche zurückbleibt). Oder kochendes Wasser,
was auch wieder Energie kostet und besondere Maschinen braucht,
die auch hergestellt werden müssen...
Ich denke dass es sinnvoller ist, diese ganze Energie zu verwenden,
um die Flaschen "vor Ort" - oder in der Region - einzusammeln
und wieder zu verwerten. Die hohe Hitze (erhitzen durch Herstellung
der neuen Flasche) ist die einzige Garantie, dass die Flasche
steril ist.
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Verwendung
von Naturkorken:
Wir
verwenden Korken aus Naturkork. Sie sind sehr teuer, aber sie
respektieren die Philosophie des Weines, und unterstützten
ausserdem die nötige Unterhaltung der portugiesischen Wälder
und schützen damit die Umwelt vor der noch schlimmeren
Verschmutzung durch Plastikkorken.
Der
WWF (World Wildlife Fund) hat 2002 und 2006 einen Aufruf an
alle Winzer der Welt gemacht, die Verwendung von Naturkorken
vorzuziehen. Seit der Verwendung von Plastikkorken verschwinden
(u.a. durch Feuer) große naturbelassene Produktionsgebiete
von Naturkork, die reich an seltener Fauna und große Arbeitsquellen
sind.
Wiederverwendung
der Weinkartons:
Geben
Sie uns die leeren Weinkisten zurück, sauber und unbeschädigt:
wir verwenden sie wieder!
Verwendung
der offenen Verkehrmitteln:
Für
unsere Lieferungstouren bis nach Dänemark müssen wir
sehr viel Diesel tanken, aber nach und nach reduzieren wir unseren
Verbrauch dank des Schnellzugs. Mein alter VW-LT steht jetzt
viel in Paris, und der Sprinter steht immer in Deutschland.
Ich erreiche diese Autos mit dem TGV. Der Wein wiederum erreicht
unsere beiden Lager per Sammellieferungen mit LKWs, was wesentlich
mehr Energie spart.
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Sie
sind nicht einverstanden, haben vielleicht eine andere Meinung,
oder Vorschläge? Dann schreiben Sie mir bitte! Ich freue
mich auf jede Anregung und antworte persönlich. Denis ROBERT

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